News

Digitale Souveränität an Niedersachsens Hochschulen: Schritte in die Zukunft

von | 9 Juli 2026

Digitale Transformation ist längst nicht mehr nur ein technischer, sondern auch ein gesellschaftlicher, politischer und institutioneller Prozess, der im öffentlichen sowie im hochschulpolitischen Diskurs immer häufiger mit dem Begriff der digitalen Souveränität verknüpft wird.
Doch was bedeutet es für Hochschulen, digital souveräner zu sein und welche konkreten Schritte sind notwendig, um sich einer Souveränität im Bereich des Software-Einsatzes anzunähern? Mit diesen zentralen Fragen befassten sich etwa zwanzig Vertreter:innen der niedersächsischen Hochschulen in einem Workshop, den die Koordinierungsstelle der Hochschule.digital Niedersachsen am 3. Juli 2026 an der Hochschule Hannover organisiert hat.

Praxisnahe Diskussionen

Zu den anregenden Diskussionen trugen auch die externen Gäste bei, die das Thema Digitale Souveränität aus verschiedenen Perspektiven beleuchteten: Dr. Peter Kostädt (Vizepräsident für Digitalisierung und Informationsmanagement und CIO der Universität Potsdam), Christoph Koitka-Fieke (Referent für IT und Technologie, Hochschulforum Digitalisierung, Hochschulrektorenkonferenz) und Prof. Dr. Torsten Eymann (CIO der Universität Bayreuth, Sprecher der CIO-Runde der bayerischen Hochschulen e.V., Direktor des FIM Forschungsinstituts für Informationsmanagement) gaben den anderen Workshopteilnehmenden in kurzen Vorträgen Impulse zu dem brisanten Thema der Digitalen Souveränität. Die Impulsvorträge ermöglichten es, die eigenen Überlegungen mit Konzepten und Herausforderungen anderer Bundesländer abzugleichen.

⏩ Dr. Peter Kostädt stellte unter anderem verschiedene Maßnahmen vor, welche die Digitale Souveränität aus lokaler Perspektive stärken können. Außerdem sprach er sich dafür aus, kooperative Ansätze zu fördern und sich in Genossenschaften und Vereinen (z. B. ZKI) zu engagieren.

⏩ In seinem Impulsvortrag regte Christoph Koitka-Fieke dazu an, das Ziel einer Digitalen Souveränität anders zu denken: Hochschulen würden nicht vollständig souverän werden; vielmehr sollten sie anstreben, souveräner zu werden. Den Fokus legte er in seiner Argumentation auf eine dauerhafte Finanzierung und stetige Weiterentwicklung.

⏩ Prof. Dr. Torsten Eymann präsentierte den Entwurf eines Kriterienkataloges, der Hochschulen zukünftig in ihrem Risikomanagement unterstützen und helfen kann, Handlungsanweisungen für Informationssysteme abzuleiten. Die Teilnehmenden nutzten das vorgestellte Messmodell als Ausgangspunkt, um ein Tool, das von niedersächsischen Hochschulen genutzt wird, anhand der Kriterien zu testen.

Ziel: Ein Empfehlungspapier für die Zukunft

Ein zentrales Ziel des Workshops war es, den Entwurf eines Empfehlungspapiers zur Digitalen Souveränität für die niedersächsischen Hochschulen zu diskutieren, das den Teilnehmenden im Vorhinein von der HdN-Koordinierungsstelle zur Verfügung gestellt wurde. Leitgedanken wie die Wahl eines pragmatischen Vorgehens mit einem Fokus auf der Reduktion von Abhängigkeiten und damit der Risiken für die Hochschulen können nach dem Input aus dem Workshop mit konkreten Prozessen hinterlegt werden. Das Empfehlungspapier soll in den kommenden Monaten weiterentwickelt werden, um es noch in diesem Jahr den Hochschulen zur Verfügung zu stellen.
Die Diskussionen während des Workshops haben erneut gezeigt, wie entscheidend es ist, digitale Transformationsprozesse hochschulübergreifend zu thematisieren und kooperativ zu denken. Passend zum Motto der Hochschule.digital Niedersachsen: Gemeinsam digital!